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Die Insel Elba in Kunst

Die Insel Elba, die der Kunst und Literatur als Vorbild dient, ist immer bereit, ihre ganze Pracht zu zeigen. Das wissen auch die Fotografen, die jeden Tag auf‘s Neue versuchen, die Schönheit der Insel in einem Bild festzuhalten. Ob am Himmel bei Sonnenuntergang, auf den Panoramastraßen, zwischen den Wellen hindurch oder am Meeresgrund, der reich an Leben und Geheimnissen ist – man findet unzählige Motive zum Fotografieren. Wunderschöne Motive lassen sich auch in den bezaubernden Dörfern oder in den stillen Ruinen der alten Einsiedeleien finden. Es reiht sich ein Motiv nach dem anderen, dabei ist eines schöner als das andere.

Die Vielfalt der Ausblicke ist außergewöhnlich: von den kapriziösen Profilen der Berge über die malerischen Bergbaugebiete mit ihren unglaublichen Schattierungen bis hin zu den unendlichen Variationen der Küste. Häufig sind sie hoch und felsig, wirken weißlich mit Abschnitten von goldenem Sand und fast immer bilden sie einen starken Kontrast zur schattigen, dunklen mediterranen Macchia.

Kurzum, Elba ist ein Paradies für Künstler jeder Epoche, die auf der Suche nach herrlichen Ausblicken und Inspirationen sind. Auch große Schriftsteller, die es verstehen, mit den richtigen Worten die komplexe Schönheit Elbas zu beschreiben, sind hier am richtigen Platz.

Im Jahr 1888 kam Telemaco Signorini auf der Insel an, der von dem lokalen Poeten Mago Chiò schikaniert wurde, und zeigte seine meisterhafte Zeichenkunst, die von der Atmosphäre der Macchia verherrlicht wurde. Bei den Kunstwerken handelt es sich vor allem um Ansichten von Portoferraio und Capoliveri, dem Strand von Ghiaie, aber auch um Abbildungen der “realistischen” Härte des Gefängnisses auf der Insel. Und wie könnte man den eindrucksvollen Lichtfleck in der Mitte des Beckens der Piazzetta di Poggio, mit dessen wunderschönen Mauern vergessen, welche die Piazza einrahmen und verziert sind mit geometrischen Mustern, die aussehen wie weiße Treppenstufen auf einem himmelblauen Untergrund.

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1907 malte der Waliser Llewlyn Lloyd aus Livorno mit einer von der europäischen Avantgarde beeinflussten Maltechnik mit breiten Pinselstrichen aus flüssiger Farbe unter anderem die Insel Pauline, die Häuser von Marciana, das Boot des Schiffbrüchigen, den rosigen Morgen, den abgestorbenen Kastanienbaum und in den folgenden Jahren, die idyllischen Bilder seines Granatapfelhauses in Marciana Marina, das er 1913 kaufte.

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1926 ist ebenfalls ein magisches Jahr. In Marina di Campo kaufte der Post-Divisionist Plinio Nomellini ein Stück Land und baute darauf ein Haus. Er war auf der Jagd nach den fließenden Strahlen des Sonnenlichts zu verschiedenen Tageszeiten, welche er in Form von Farbfäden auf der Leinwand einzufangen versuchte, wie in seinen Werken der Morgen in Marina di Campo oder die Küste in Nisportino.

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In der Zwischenzeit kam auch Paul Klee auf die Insel und anstatt sich nach geometrischen Elementen und intensiven Farbbeziehungen umzusehen, schrieb er: „Die Umgebung durchdringt mich mit einer solchen Süße, dass ich mich immer sicherer fühle”. Doch dann taucht sein synthetischer, harter aber zugleich kindlicher Stil in den rosafarbenen und weißen Klippen über dem blauen Meer wieder auf.

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Auch heute noch genügt es, einen Schritt weiter zu gehen, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, auf einen Berggipfel zu steigen oder mit einem Boot hinauszufahren, um eine neue Bucht zu entdecken. Beim Versuch, den ganzen Zauber eines unerwarteten Blickwinkels, eines neuen Lichtflecks oder eines harmonischen Zusammentreffens von Farben zu erkunden, um diese dann in einem Foto, einem Skizzenbuch oder mit einem Pinsel auf einer Leinwand festzuhalten, kann man sich auch wunderbar in den Gassen der Dörfer verirren. Vielleicht möchte man das alles aber auch einfach nur gern in einem Beitrag in den sozialen Netzwerken dokumentieren und mit denjenigen teilen, die die Kunst der Schönheit zu schätzen wissen.

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