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10+1 Gute Gründe, nicht nach Elba zu fahren

Hallo zusammen, mein Name ist Ignazio Klagenschmidt, meine Berufung ist das Aufspüren unschöner Orte. Unter diesem Gesichtspunkt hat mich die Insel ziemlich enttäuscht… Sehen wir uns mal die Dinge an, die mir nicht gefallen haben…

1. Auch im Winter findet man hier ein sonniges Klima vor.

Das Einzige, was ihr sucht, sind Wolken und Regenschauer? Gut! In diesem Fall, ist die Insel schon einmal nichts für euch. Es herrscht dort praktisch das ganze Jahr über ein mildes und sonniges Klima und es war selten ausreichend kalt genug, um meine neuen 5 cm dicken Handschuhe einzuweihen, auf die ich mich schon so
gefreut hatte…

2. Das Essen ist zu gut

Ich verließ mein Haus auf Diät und perfekt in Form, aber eines Tages beschloss mein Nachbar, mir ein Gericht namens Cacciucco all’elbana vorzustellen und jetzt schaff ich es leider nicht mehr davon wegzukommen! Ich möchte euch nur vorwarnen… ACHTUNG Suchtgefahr!

3. Perfekte Sonnenuntergänge über dem Meer

Wenn ihr die ständigen, mit Filtern überarbeiteten Posts retuschierter Sonnenuntergänge am Meer vermeiden wollt, solltet ihr euch von dieser Insel fernhalten! Hier werden euch die besten Sonnenuntergänge praesentiert und das ganz ohne Photoshop etc.! Der Speicher meines Telefons ist nun voll mit diesen perfekten Fotos, die man theoretisch gesehen, einrahmen könnte…

4. Lange grüne Trekking-Sessions

Einen anderen Tag beschloss ich, mit meiner Freundin einen kurzen Spaziergang zu machen… und was entdecke ich? Dass nicht nur das Meer dort existiert, ich musste grüne und duftende Pfade beschreiten und, um noch ein bisschen Öl ins Feuer zu gießen, was finde ich hinter einem kleinen Wald? Eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert. Klingt das normal? Euch wird nicht einmal die Zeit gegeben, die zahlreichen Überraschungen zu verarbeiten…BAM, es wird euch ohne Vorwarnung eine weitere vor das Gesicht geknallt.

5. Wilde und zu leere Stränd

Nach dem langen Trekking entschieden wir also, eine Runde zu schwimmen und folgten den Schildern zu einem Strand mit einem seltsamen Namen, der uns empfohlen worden war. Ganze 10 Minuten mussten wir dorthin laufen! Eine anstrengende Wanderung, um eine karibische Oase zu erreichen! Ein Ort, der einen auf perfekt machen will und dabei zeigt, wie sehr man auf die Erhaltung der Umwelt und des UNESCO-Erbes namens Tyrrhenisches Meer achten sollte. Es gab dort auch niemanden, der meine kurze weiß-goldene Badehose zu schätzen wusste.

6. Invasive Tiere

Zum ersten Mal in meinem Leben wachte ich zu einer irritierend süßen Melodie auf, die von den sogenannten Rotkehlchen gesungen wurde. Ich musste sogar 5 Minuten vor dem Weckerklingeln aufstehen! Als ich dann hinaus schaute, sah ich mit meinen müden Augen zwei Marder die sich gegenseitig auf dem Baum vor dem Fenster jagten. Ein Erlebnis, welches man echt nicht vergessen kann! Ps.: Auf Elba gibt es keine Eichhörnchen.

7. Es hat mich in jeder Hinsicht beeindruckt, aber in wirklich jeder!

Ich erwartete den üblichen tristen Wein ohne Charakter (mit der lokalen Küche war ich völlig zufrieden, mit ihren starken und erfreulichen Aromen), und ich muss sagen, dass ich darauf gehofft hatte. Stattdessen: Ansonica – zärtlich, süß, leidenschaftlich, tief, harmonisch, vollmundig… Ich konnte meinen Geschmacksknospen nicht glauben und musste meine Meinung ändern: fabelhaft zum Essen, duftend, umhüllend am Gaumen, passend zu allen Gerichten Elbas. Igitt!

8. In der Mine!

Ok, nicht dass ich Schwerstarbeit erwartet hätte, aber die Mine "sollte" ziemlich dunkel und rußig sein, passend zu meiner Vorweihnachtsstimmung. Stattdessen… funkelnder Quarz, magische Magnetite, schimmernde Hämatitstücke in den seltsamsten Formen… und goldene Pyritmineralien. Nach zwei Stunden der Überraschung im Reich des Hades besichtigte ich alle mineralogischen und geologischen Museen auf Elba. Eine endlose Entdeckung. Der Museumswärter schwor, dass er mich lächeln sah … aber glaubt ihm nicht.

9. Endlich im Exil

Fünf Dinge, die ich von Napoleon gelernt habe:
1. Er hielt Korsika für ein ein bisschen zu groß geratenes Elba
2. Das Ende des Exils auf Elba wurde von den Engländern durch eine krasse Bauspekulationsaktion erzwungen
3. Auf den Fundamenten der Villen von San Martino und Mulini sollten zwei schreckliche kleine Paläste für Touristen gebaut werden (zum Glück intervenierte die Superintendenz und es wurde nichts weiter unternommen)
4. Napoleons Quelle enthält ein unbekanntes Element, welches das Ausfallen der Haare verhindert (dem Kaiser war das sehr bekannt). Einige Krüge befanden sich auch auf St. Helena.
5. Wie wir wissen, verteilte Napoleon Salz mit einer kleinen Tischkanone aus brüniertem Messing auf den Lebensmitteln… Ein großartiger Mann… Schade um die Leidenschaft für die Bienen.

10. Unterm Strich hätte es mir vielleicht gefallen

Also: Ich weiß, dass man das nicht machen soll, aber ich habe nach irgendeiner Muschel gesucht, um sie mit nach Hause zu nehmen und sie dann anschließend in einer Schublade vergessen zu können. Mit Maske, Schnorchel und Flossen begann ich am Riff von (ich kann den Namen nicht aussprechen) zu tauchen. Und, nichts.  Allzu freundliche bunte Fische, hübsche blaue Quallen, die man auf Abstand halten sollte, gelbe Schatz- Seepferdchen, ein paar verdächtig grüne Schildkröten, zickige rote Korallen-Actinias, kurzum… Ich war atemlo (und nicht nur, weil ich fast drei Minuten lang freitauchte), ich war verzaubert.. Am Ende habe ich nichts mitgenommen. Ich hätte auch nichts mitnehmen können und doch waren meine Augen voller Farbe. Ach ja, ich hätte fast vergessen, die Badehose zu erwähnen, die voll mit weißem Sand war…Naja, kein Ort ist perfekt.

11. Zu viele Überraschungen auf einmal

Ich schließe mit dieser Anekdote, denn ich war schockiert von dem, was ich euch gleich hier erzählen werde. Als wir zum King Litto Strand (ich wusste nicht, dass es auf der Insel noch die Monarchie gibt) gingen, entschied ich eine Runde schwimmen zu gehen und was finde ich dort unter Wasser?! Ein gesunkenes Handelsschiff, das eine eindrucksvolle Landschaft geschaffen hat….
Sie erzählten mir auch, dass ein italienischer Unterwasserfotograf dort den großen Preis des Nikon Fotowettbewerbs gewonnen hatte.

Die Insel Elba ist voll von Überraschungen! Inakzeptabel…

Ph: Roberto Ridi

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